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Günter Grass
 
 
Zu allen Zeiten ließen sich Künstler durch das Meer mit seinem lebendigen Spiel aus Wasser und Licht inspirieren. Magie, Abenteuer und eine gefühlte Unendlichkeit werden in dieser Ausstellung durch die ausstellenden Künstler reflektiert.

Günter Grass (1927 - 2015) war nicht nur Schriftsteller und Nobelpreisträger sondern, als ehemaliger Schüler von Otto Pankok, hatte er sich auch als „studierter“ Maler und Bildhauer in zahlreichen Ausstellungen einen Namen gemacht. Über Jahrzehnte waren Schriftstellerei und bildende Kunst eine parallele Schaffenseinheit. Die eine künstlerische Ebene berührt die andere, beeinflusst sie, interpretiert und fasziniert den Betrachter immer wieder. Grass, der große konsequente Realist, hatte vor allem auch ein beachtliches Oeuvre an bildnerischen Arbeiten, vor allem Grafiken, Illustrationen, Zeichnungen sowie Aquarellen geschaffen. Oft in Zyklen und Variationen.
 
 
Biografie
1927: Günter Grass wird am 16. Oktober in Danzig als Sohn einer Kaufmannsfamilie
geboren.
1947: Praktikum als Steinmetz in Düsseldorf.
1948-52: Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie bei den Professoren Sepp Mages
und Otto Pankok.
1953-56: Umzug nach Berlin. Schüler des Bildhauers Karl Hartung an der Hochschule
für Bildende Künste
1955: Erste Ausstellung von Plastiken und Grafiken in Stuttgart.
1956: „Die Vorzüge der Windhühner“, Gedichte und Grafiken. Umzug nach Paris.
1957: Uraufführung des Stückes „Hochwasser“ an der Frankfurter Studentenbühne. Uraufführung des Ballets „Stoffreste“ an den Städtischen Bühnen Essen. Eine weitere Ausstellung von Plastiken und Grafiken in Berlin.
1959: Der Roman „Die Blechtrommel“ erscheint. Das Ballett „Fünf Köche“ wird in Aix-les-Bains und Bonn uraufgeführt. Bremer Literaturpreis wird von der Jury zuerkannt, doch vom Senat nicht verliehen.
1960: „Gleisdreieck“, Gedichte & Grafiken. Rückkehr von Paris nach Berlin.
1961: „Katz und Maus“, Novelle. Das Stück „Die bösen Köche“ wird in der Werkstatt des
Berliner Schillertheaters uraufgeführt. Unterstützung für Willy Brandt im Wahlkampf
der SPD.
1967: „Ausgefragt“, Gedichte und Zeichnugen.
1972: „Aus dem Tagebuch einer Schnecke“. Beginn der Zusammenarbeit mit der Galerie und Radierwerkstatt Anselm Dreher/Galerie Andre.
1973: „Mariazuehren“, Gedichte und Grafiken, mit Fotos von Maria Rama. Reise mit Willy Brandt nach Israel. Reise in die USA.
1974: „Liebe geprüft“, sieben Radierungen und Gedichte (Schünemann, Bremen).
1976: „Mit Sophie in die Pilze gegangen“, Lithographien und Gedichte
(Giorgio Upiglio, Mailand).
1977: „Der Butt“, Roman. „Als vom Butt nur die Gräte geblieben war”, sieben Radierungen
und Gedichte (Galerie Andre, Berlin). Beginn der Zusammenarbeit mit dem Drucker
Fritze Margull.
1979: „Das Treffen in Telgte“, Erzählung.
1980: „Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus“.
1982: „Zeichnen und Schreiben“, Band 1 (Zeichnungen und Texte, 1954-1977). Mappe „Vatertag“, 22 Lithographien (Edition Monika Beck, Hamburg).
1983: „Ach Butt, dein Märchen geht böse aus“, Gedichte und Radierungen.
1984: „Zeichnen und Schreiben“, Band 2 (Radierungen und Texte, 1972-1982).
1986: „Die Rättin“. „In Kupfer, auf Stein“, Werkverzeichnis der Radierungen und Lithographien. Aug. 1986 bis Jan.1987 Aufenthalt in Calcutta.
1988: „Mit Sophie in die Pilze gegangen“. „Zunge zeigen“.
„Calcutta“, Mappe mit Radierungen.
1989: „Skizzenbuch“. „Zum Beispiel Calcutta“.
1990: „Totes Holz“. „Kahlschlag in unseren Köpfen“, Lithographiemappe.
1991: „Vier Jahrzehnte. Ein Werkstattbericht“
1992: „Unkenrufe“, Erzählung.
1993: „Novemberland“ (13 Sonette). Der Steidl Verlag übernimmt die Weltrechte am Werk
von Günter Grass.
1995: „Ein weites Feld“, Roman.
1996: Grass wird mit dem Sonning-Preis ausgezeichnet, der höchsten kulturellen Auszeichnung Dänemarks. Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster. Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck.
1997: „Fundsachen für Nichtleser“, Aquarelle und Gedichte.
1999: „Auf einem anderen Blatt“, Zeichnungen. „Mein Jahrhundert“ erscheint in zwei Fassungen – als Textausgabe und in einer großformatigen, mit Aquarellen des Autors illustrierten Ausgabe. Literaturpreis „Premio Principe de Asturias“ in Oviedo. Literaturnobelpreis des Jahres 1999.
2001: „Mit Wasserfarben“, Aquarelle.
2002: „Im Krebsgang“, Novelle. „Gebrannte Erde“, Plastiken. Eröffnung des Lübecker „Günter Grass-Hauses“, das als Forum für Literatur und bildende Kunst bestimmt ist.
2003: „Letzte Tänze“, Gedichte und Zeichnungen.
2004: „Lyrische Beute“, ausgewählte Gedichte und Zeichnungen. „Der Schatten. Hans Christian Andersens Märchen – gesehen von Günter Grass“, dreißig Märchen von H.C. Andersen mit Zeichnungen von Günter Grass. „Fünf Jahrzehnte. Ein Werkstattbericht“ (ergänzte Ausgabe von „Vier Jahrzehnte. Ein Werkstattbericht“).
2005: Hans Christian Andersen-Preis der Stadt Odense.
2006: „Beim Häuten der Zwiebel“, ein Erinnerungsbuch.
2007: „Dummer August“, Gedichte und Zeichnungen.
2008: „Die Box“, biografische Erzählung
2009: „Unterwegs von Deutschland nach Deutschland – Tagebuch 1990“
2010: „Grimms Wörter“, eine Liebeserklärung an die deutsche Sprache
2012: „Eintagsfliegen“, Gelegentliche Gedichte
2013: „Willy Brandt und Günter Grass - Der Briefwechsel“,
herausgegeben von Martin Kölbel
2014: „Sechs Jahrzehnte. Ein Werkstattbericht“
2015: Die Günter und Ute Grass Stiftung, deren Zweck es insbesondere ist, den ihr übertragenen Nachlaß von Günter Grass zu pflegen, gibt den ersten Band ihrer zukünftig regelmäßig geplanten Veröffentlichung „Freipass“ heraus. Die Reihe erscheint im Verlag Ch. Links. Günter Grass stirbt am 13. April 2015 in Lübeck. Bis kurz vor seinem Tod hat er an seinem letzten Buch „Vonne Endlichkait“ gearbeitet, das aus Doppelstücken (kurzen Geschichten und Gedichten, kombiniert mit Bleistiftzeichnungen) besteht.
 
 
 
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